Gelungene Radtour - Update 3.0 - der Kolpingsfamilie Mantel nach Parkstein zum „Tag des Vulkans“

Veröffentlicht am 02.09.2026 - Redakteur: Max Heindl

Unter dem Motto „Radln macht Spaß!“ lud die Kolpingsfamilie Mantel zu einer abwechslungsreichen Radtour ein. Die Resonanz war schlichtweg überwältigend und übertraf alle Erwartungen der Verantwortlichen. Stolze 45 Teilnehmer, darunter zahlreiche Mitglieder, Freunde und Gäste schwangen sich bei bestem Radlwetter auf ihre Drahtesel. Vor dem offiziellen Start begrüßte der 1. Vorsitzende Georg Seiser die Radler am Treffpunkt. Er zeigte sich hocherfreut über die rege Teilnahme, bevor er nach ein paar wichtigen organisatorischen Anmerkungen das Wort an den Tourguide übergab. Tourguide Max Heindl stimmte die Gruppe bestens auf den bevorstehenden Radausflug ein, bedankte sich augenzwinkernd bei Petrus für das schöne Wetter und wünschte allen einen kurzweiligen, informativen und vor allem einen unfallfreien Ausflug. Unter dem besonderen Schutz des Heiligen Christophorus, dem Schutzpatron und Helfer der Reisenden, begab sich die Gruppe schließlich voller Vorfreude auf den Weg.

Ein langer, beeindruckender Konvoi aus Radlern zog sich durch unsere schöne Oberpfälzer Landschaft in Richtung Parkstein, um dort das kulturelle und soziale Highlight des Ausfluges unter dem Motto „Tag des Vulkans“ anzusteuern. Schon von Weitem zog der majestätische, erloschene Vulkan, der mit seinen 595 Metern die Umgebung stolze 150 Meter überragt, die Radler in seinen Bann, ein weltberühmtes Naturdenkmal, das bereits Alexander von Humboldt einst als den „schönsten Basaltkegel Europas“ rühmte.

Direkt nach der Ankunft an der beeindruckenden Basaltwand wartete bereits eine erste herzliche Überraschung auf die fleißige Gruppe. Elisabeth und Norbert Magerer spendierten frischen Kaffee für alle 45 Teilnehmer, sodass sich alle für das anstehende Kulturprogramm stärken konnten. Danach übernahm Tourguide Max Heindl wieder das Wort und zog die Radler mit seinem packenden Vortrag über die Entstehung des Vulkans und seine Aktivitäten sofort in seinen Bann. Anschaulich erklärte er die unterschiedlichen Vulkanarten, die er treffend als die „Ventile der Erde“ bezeichnete. Ein besonderer Fokus lag dabei auf den Bodenschätzen der Region: Gemeinsam wurden verschiedene Gesteinsarten genau unter die Lupe genommen und besichtigt.

Heindl ließ auch die Geschichte der kaiserlichen Burg lebendig werden, die sich bereits 1152 im Besitz von Kaiser Friedrich I. Barbarossa befand. Wer diese Festung beherrschte, kontrollierte auch die wichtigsten Handelswege der gesamten Region. Nach wechselnden Herrschaften und einem verheerenden Brand im 18. Jahrhundert wurde die Anlage nicht wiederaufgebaut. Stattdessen nutzten die Bürger von Parkstein die Basaltsteine der Ruine, um ihre eigenen Häuser zu errichten. So wurde die Burg nach und nach bis auf die Grundmauern abgetragen, an denen sich ihre einstigen Umrisse heute noch deutlich abzeichnen.

Der gemeinsame Aufstieg führte die Gruppe hinauf zum Gipfel des Basaltkegels. Direkt auf den alten Burgfundamenten thront heute die Bergkirche St. Maria zu den Vierzehn Nothelfern. Hier lauschten die Radler gespannt der Erzählung des Tourguide über das historische Parksteiner „Hostienwunder von 1642“, auf welches die Wurzeln der Kirche zurückgehen. Einst hatte ein Dieb aus der Pfarrkirche den wertvollen Kelch nebst den geweihten Hostien gestohlen und die Hostien kurzerhand in den Dorfbrunnen geworfen. Als man diese nach vielen Jahren im Brunnen wiederfand, waren sie vollkommen unversehrt geblieben. Die Parksteiner sahen darin ein großes göttliches Wunder und bauten 1852 voller Dankbarkeit oben auf dem Basaltkegel die Kirche „St. Marien zu den 14 Nothelfern“. Die Gruppe besichtigte andächtig das historische Altarbild und genoss anschließend den stolzen Blick weit über das 3 Hektar große Naturschutzgebiet hinaus.

Ein weiteres Highlight „Die historischen Felsenkeller“ wartete am Fuße des Berges. Hier erfuhren die Radler, dass diese tiefen Stollen kein Werk der Natur sind, sondern von Menschenhand geschaffen wurden. In jahrelanger, harter schweißtreibender Handarbeit wurden sie mit Hammer und Meißel in den harten Basalt geschlagen. Die tiefen Stollen halten das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 8 °C bis 10 °C. Im Winter schützt die natürliche Erdwärme die Keller zuverlässig vor Frost und im Sommer schützen sie vor Hitze, weshalb sie früher ideal zur Lagerung von Lebensmitteln und Bier genutzt wurden.

Einen spannenden Kontrast dazu bot der Abstecher zum Brunnen an der Kapuzinergasse. Hier bekamen die Ausflügler vor Augen geführt, wie schwer sich die Wasserversorgung der hochgelegenen Burg gestaltete. Dieses musste damals mühsam über Zisternen gesichert werden, was sich im Alltag als äußerst aufwendig darstellte. Da die eigentliche Wasserqualität in den Auffangbecken zudem oft sehr schlecht war, griffen die damaligen Burgbewohner schlichtweg lieber zu kühlem Bier als zu ungenießbarem Wasser, eine Anmerkung, die bei den Radlern für Schmunzeln sorgte.

Ganz im Sinne des sozialen Gedankens legten die Radler auch einen bewussten Zwischenstopp im Senioren-Servicehaus Parkstein ein. Magdalena Janner übernahm hierbei die herzliche Führung und Besichtigung der Einrichtung. Die Radler nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein detailliertes Bild von dieser modernen Wohn- und Versorgungseinrichtung zu machen. Fachkundig wurden die verschiedenen Säulen der Einrichtung vorgestellt. Von den Appartements im „ServiceWohnen“ über die Wohngemeinschaft für demenzkranke Personen bis hin zur Tagespflege sowie dem ambulanten Pflegedienst Sozialteam „PflegeMobil“. Die Bewohner des Servicehauses waren ebenfalls sichtlich begeistert vom unerwarteten Besuch der großen Radlergruppe. Die Freude auf beiden Seiten war so groß, dass auf Wunsch der Besucher spontan ein gemeinsames Lied „Schön ist es auf der Welt zu sein“ angestimmt wurde, ein emotionaler Moment, der „Alt und Jung“ für einen Augenblick verband.

Zum Abschluss des abwechslungsreichen Tages suchte die Gruppe die nahegelegene Lourdes-Grotte am Fuße des Basaltkegels auf. Die über eine Treppe leicht erreichbare, denkmalgeschützte Stätte wurde 1891 von Kaplan Johann Röger und Pfarrer Schindlbeck durch Spenden der Bürgerschaft errichtet. Inmitten der dunklen Basaltsäulen durfte auch ein gemeinsames Gebet nicht fehlen, andächtig sprachen die Teilnehmer das „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade“. Tourguide Max Heindl hatte zudem eine historische Besonderheit im Gepäck; den originalen Liedtext des berühmten Marienliedes „Segne du, Maria“ aus dem Jahr 1870, verfasst von Cordula Wöhler. Diese Urfassung unterscheidet sich in einigen Zeilen von der heute bekannten Version. Maria Hartwig stimmte das geschichtsträchtige Lied feierlich an, und alle 45 Radler sangen kraftvoll mit. Verbunden mit einem tiefen Dank an die Schöpfung für diesen wunderschönen Tag fand der geistliche Teil hier seinen würdigen Höhepunkt.

Bevor man schließlich die Heimreise nach Mantel antrat, kehrte die Gruppe noch in der gemütlichen „Burgschenke“ in Parkstein ein, um sich bei einer deftigen Brotzeit und kühlen Getränken gebührend zu stärken. Der Ausflug hat einmal mehr gezeigt, dass gemeinsame Aktivität, Kultur und der soziale Austausch den Zusammenhalt in der Gemeinschaft stärken.

Bildunterschrift:
Die Radlgruppe am imposanten Basaltkegel in Parkstein, wo vor 22 Millionen Jahren die Erde bebte.

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