Veröffentlicht am 18.01.2026 - Redakteur: Eva Seifried
Mit einer umfangreichen Veranstaltung feiert die Selbsthilfe Mantel am Sonntag, 22. Februar um 14 Uhr im Feuerwehrhaus das 100-jährige Bestehen. Der evangelische Posaunenchor wird die Veranstaltung musikalisch umrahmen. Nach der musikalischen Einführung findet die Generalversammlung mit Neuwahlen von einem Teil der Vorstandschaft statt. Für alle Gäste, auch Nichtmitglieder gibt es ab 14.30 Uhr kostenlos Kaffee und Kuchen. Der Posaunenchor läutet den Nachmittagskaffee musikalisch ein. Eingeladen sind vor allem auch Familien mit Kindern, um das einmalige Sozialwerk kennenzulernen. Die Kinder bekommen kostenlos Kindertattoos, es gibt eine kostenlose Fotobox. Ab 15 Uhr führt der Puppenspieler Papacek mit seinem Kasperltheater das Stück „Der Feuerteufel“ auf. Auch das Kasperltheater ist kostenlos. Jeder der sich am 22.2. bei der Selbsthilfe aufnehmen lässt bekommt eine Flasche Sekt und ein Los der VfB Tombola. Das Sozialwerk ist auf Neuaufnahmen angewiesen damit das Umlageverfahren funktioniert. Die Festdamen und Festburschen der Feuerwehr sorgen für das Leibliche Wohl. Für einen kleinen Obolus, gibt es Getränke, Bratwürste und Käsekrainer. Die Selbsthilfe Mantel ist der größte Verein in Mantel. Aktuell zählt er 1.210 Mitglieder. Bei einem Sterbefall werden unbürokratisch 1525 Euro an die Hinterbliebenen ausbezahlt. Im Jahr 2025 wurden 27 Sterbefälle betreut. Seit der Vereinsgründung wurden 1.336 Sterbefälle betreut. Seit 1926 bis zum 31.12.2025 wurden insgesamt 1.043.065,96 Euro an Hinterbliebene bezahlt. Die Finanzen verwaltet Ulrike Schiller als Kassenführerin und die Beiträge kassiert Christine Dirrigl in bar bei den Mitgliedern ein. Bei der Jubiläumsversammlung liegen auch alle Kassenbücher seit der Gründung zur Ansicht auf. Albert Mittermaier der von 1954 bis 1974 Vorstand war, brachte durch starke Mitgliederwerbung einen Aufschwung in die Organisation. Von ihm stammt auch der Leitspruch: „Aus der Not geboren, von der Vielzahl belebt, hat die Nächstenliebe erkoren, der Selbsthilfe Mantel die Ehre gebracht. Von allen getragen, für einen gedacht, so ist unsere Hilfe für jeden, der auch seinen Nächsten bedacht. Mitglieder des Vereins können alle erwachsenen Personen im Gemeidegebiet von Mantel bis zum vollendeten 34. Lebensjahr werden, zwischen 35 und 40. Lebensjahr gibt es eine Karenzzeit. Eine Gesundheitsprüfung findet nicht statt. Erster Vorsitzender ist Bürgermeister Richard Kammerer mit Stellvertreter Thomas Magerl. Das einmalige Sozialwerk wurde in der Zeit des sozialen Notstandes in den schweren Jahren nach dem 1. Weltkrieg gegründet. Es hatte früher den Namen „Beerdigungs-Verein Mantel“. Auch heute kann eine Familie durch einen Todesfall schon in finanzielle Schwierigkeiten geraten und für die ersten anfallenden Kosten hilft der Betrag der Selbsthilfe enorm. Da es ein Umlageverfahren ist, und somit kein Vermögen besteht, kann auch kein Sozialamt oder eine andere Behörde zugreifen, wie sonst bei einer Lebensversicherung, wenn jemand Hilfe von staatlicher Seite in Anspruch nehmen muss. Auf der Homepage unter www.selbsthilfe-mantel.de gibt es alle Informationen und auch einen Ratgeber für Sterbefälle. Die Vorstandschaft würde sich freuen, wenn sehr viele Gäste das Jubiläum mitfeiern.